Carl Friedrich May

* 25. Februar 1842
Ernstthal

† 30. März 1912
Radebeul

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Besuch bei den Leipziger Karl May-Freunden


 

Vorwort
(von Klaus_D)


Aus bekannten geschichtlichen Gründen ist es uns allen lange Zeit verwehrt gewesen, Leipzig anschauen zu dürfen. Manchmal bedarf es dann aber doch zusätzlich noch eines Grundes, um etwas zu besuchen, was man inzwischen durchaus schon lange hätte besuchen können.

Mein Initialzünder (2014! - aber besser spät als nie, nicht wahr?) war ein Vortrag unseres fränkischen Karl May-Freundes Hr. Klarner in der dortigen Stadtbibliothek.

Trotzdem der Besuch sehr kurz war, erlaube ich mir, als Fazit zu verkünden: Es lohnt sich, Leipzig einen Besuch abzustatten. Es lohnt sich aber auch, den Bericht und die Bilder unserer fränkischen Karl May-Freundin Fr. Steinel zu lesen bzw. zu betrachten.

Mit einem ;o) entläßt Sie der Webmaster in die weiteren Zeilen.

Der Webmaster dankt:
- G. Steinel für Text und Bilder

 


 

Besuch bei den Leipziger Karl May-Freunden

 

Als ich vor Kurzem einen interessanten Artikel über den Lindenbaum las, erfuhr ich von der historischen Bedeutung des Lindenbaumes. So wurde z. B. unter einem Lindenbaum das Dorfgericht abgehalten oder es fand bei Dorffesten der Tanz unter der Linde statt, genauso wie es Brauch war, nach einem Krieg eine Friedenslinde zu pflanzen.
Übrigens: Wissenswert dürfte an dieser Stelle auch sein, dass die Lipa (= Linde) als Untereinheit sogar Teil der kroatischen Währung ist.

 

Vielleicht wegen der Brauchtümer sind deshalb in Deutschland über 800 Orte oder Ortsteile zu finden, die auf den Lindenbaum zurückzuführen sind. Daran erinnerte ich mich nun, dass dies gerade auch für die Stadt gilt, zu der wir am Donnerstag, den 12.Juni, anreisen: Leipzig - der Name ist nämlich abgeleitet vom altsorbischen Wort Lipsk und bedeutet Linden-Ort. Ein passender Name für die grüne Stadt Leipzig.

 

Kaum von der Autobahn ab- und in die Stadt Leipzig hineingefahren säumten Bäume rechts und links den Straßen- bzw. den Wegesrand. Ich machte meine Begleiter/in auf dieses grüne, schön aussehende Stadtbild aufmerksam, gemeinsam mit den eindrucksvollen alten historischen Gebäuden und Türme der Kirchen, die man im Hintergrund des Stadtbildes hervorspitzen sah.

 

So scheint es mir nun, da ich zum ersten Male in Leipzig bin, allzu verständlich, dass Goethe in seiner Tragödie "Faust" seinen Studienort Leipzig als Klein-Paris bezeichnet: "Mein Leipzig lob´ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.", lässt Goethe einen Studenten in Auerbachs Keller sagen.

 

Mit diesem Satz hat Goethe nicht nur die Stadt Leipzig weltweit bekannt gemacht, sondern damit auch Auerbachs Keller literarisch ein Denkmal gesetzt. Ich erwähne dies deshalb in meinem Bericht, weil Auerbachs Keller, der bereits im 16. Jahrhundert ein beliebtes Weinlokal war, bei unserem Besuch noch eine kulinarische Bedeutung erhielt.

 

Gegen 17 Uhr marschierten wir dann von unserem Hotel aus los, bewaffnet mit Fotoapparat und einem kleinen Stadtplan, Richtung Leipziger Stadtbibliothek. Nachdem wir erste kleine Orientierungsprobleme sehr schnell meisterten (klar, sind wir doch als Karl May-Leser genügend vorbereitet, uns in fremden Gegenden zurechtzufinden ;-) ), erreichten wir die imposante Stadtbibliothek.

 

Was für Karl Mays berühmte Westmänner die Jagd auf das eine oder andere Wild, war dabei für mich, während unseres Spazierganges durch einen Teil der Leipziger Innenstadt, die Jagd nach Motiven, die ich mit meinem Fotoapparat "schießen" konnte.

 

Dass ich dadurch etwas die Orientierung verlor und kurz vor einer Ampelkreuzung noch Leipziger nach der Stadtbibliothek fragte und diese mir mit einem Schmunzeln den Riesenprachtbau fast direkt vor meiner Nase zeigten, versteht sich dann fast schon von selbst, wenn ich mich nicht irre *hihihi*. Meine Karl May-Freunde standen da jedenfalls schon an der Ampel und grinsten, mussten sie doch wegen der "Bilderschießerei" alle paar Meter auf mich warten... ;-)

 

Jedenfalls haben wir uns pünktlich vor Ort eingefunden.

 

Unser Karl May-Freund Joachim Klarner, der vor den Leipziger Karl May-Freunden seinen Vortrag Große Welt in kleinen Bildern. Die abenteuerliche Welt Karl Mays in Exlibris halten sollte, war verständlicherweise etwas aufgeregt.

 

Freundlich wurde er von Jenny Florstedt begrüßt, während wir es uns inmitten der Leipziger Karl May-Freunde bequem gemacht hatten. Von einem der Mitglieder erfuhr ich Wissenswertes und Interessantes zur Stadt Leipzig, vor allem aber zum alten Gewandhaus, die Kuppel konnte man von den großen Fenstern des Saales sehr gut sehen.

 

Währenddessen nahm sich die Technik (Laptop-Beamer) eine Auszeit, und zwar in der Art und Weise wie das von Schülern so beliebte hitzefrei. Deshalb spontane Änderung im Programm: Herr Dr. Buchwitz entschuldigte den Vorsitzenden des Leipziger Freundeskreises, Herrn Dr. Christian Heermann, für diesen Abend und verkündete den anwesenden Mitgliedern deshalb zunächst Informationen und Neuigkeiten den Karl May-Verein Leipzig betreffend.

 

Im Anschluss daran hielt dann unser Karl May-Freund Hr. Klarner, den wir zur Unterstützung begleitet haben, seinen Vortrag. Informativ erläuterte er die Herkunft des Begriffes "Exlibris", warum es angefertigt wurde, mit welchen technischen Möglichkeiten und für wen Exlibris gestaltet wurden. Anschaulich erläuterte er verschiedene Exlibris und zitierte aus dazu ausgesuchten passenden Karl May-Texten.

 

Näheres zum Thema finden Sie in unserem Karl May-Freunde Franken-Newsletter 2/2013 unter dem TOP Themenvortrag "Große Kunst auf kleinem Blatt" auf Seite 2.

 

Am Schluss blieb noch etwas Zeit für einige Fragen der Mitglieder an Hrn. Klarner sowie das eine oder andere fachliche Gespräch. Dann war es Zeit, die Stadtbibliothek zu verlassen.

 

Jetzt sollte es zum gemütlichen Beisammensein in Leipzigs bekanntestes Restaurant "Auerbachs Keller" gehen. Auf dem Weg dorthin durfte ich mich über eine interessante und sehr angenehme Unterhaltung mit Dr. Buchwitz freuen. Dabei erfuhr ich auch, dass es in Auerbachs Keller sogar einen Kindertag mit einer interessanten Führung gibt.

 

Nebenbei bemerkte ich auch hier: In Leipzig hatte man in Kaffees, Bars, Biergärten aufgerüstet für das erste Fußball-WM-Spiel am heutigen Abend. Überall waren große Fernseher oder Leinwände zu sehen und Menschen versammelten sich, um gemeinsam die Begeisterung für Fußball zu teilen.

 

Inzwischen waren wir vor Auerbachs Keller angekommen. Besser als ich es beschreiben könnte, können dies die Bilder der Slideshow - oder ein Besuch! ;-)

 

Wir haben den Abend in angeregter, gut gelaunter Atmosphäre verbracht. Das wohlschmeckende ausgezeichnete Abendessen war ebenso ein perfekter Ausklang dieses in vieler Hinsicht sonnigen Tages.

 

Dass wir so nebenbei auch noch einen Auftritt von "Mephisto" und "Gretchen" miterleben durften, war noch ein zusätzliches "kulturelles" Zuckerstückchen an diesem Abend.

 

Dann wurde es Zeit, Abschied zu nehmen.

 

Am nächsten Tag fuhren wir mit positiven Eindrücken, vielen Bildern und einem Vortragsangebot von Jenny Florstedt für die Karl May-Freunde Franken im Gepäck zurück nach Nürnberg.

 


 


 

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